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Stolpert Irmenach im Derby über Gösenroth?

Handball-Rheinlandliga Heißes Duell in der Hirtenfeldhalle – Bach hat großen Respekt vor den Gästen, Jutta Holl stapelt tief

Von Michael Bongard

M Simmern. Bei aller Eiseskälte dürfte dem Hunsrücker Handballfan am heutigen Samstag warm ums Herz werden: In der Kleinicher Hirtenfeldhalle empfängt um 19.30 Uhr der Tabellenführer HSG Irmenach/ Kleinich/Horbruch die derzeit überragend auftrumpfende SG Gösenroth/Laufersweiler. Es ist das Derby in der Rheinlandliga.
Die HSG Irmenach (1981 gegründet) hat in ihrer Historie bisher immer gegen den Lokalrivalen Gösenroth/Laufersweiler (seit 1974 dabei) gewonnen – zuletzt vor vier Monaten im Hinspiel mit 29:26. Irmenachs Trainer Markus Bach sagt: „Unsere Serie gegen Gösenroth soll noch 60 Jahre halten, wir haben nichts zu verschenken.“ Die Bilanz der vergangenen 30 Jahre lautet allerdings nur 5:0 für Irmenach – öfter standen sich beide Klubs nicht gegenüber. Irmenach verbrachte die meiste Zeit drittklassig, Gösenroth stürzte zeitweise sogar in die sechstklassige Verbandsliga ab. Wie im Vorjahr, als zwei Spielklassen die Klubs trennten. Jetzt sind die Nachbarn in der fünften Liga Konkurrenten. Aufsteiger Gösenroth macht seine Sache bisher prima, nach vier Siegen in Serie ist das Team von Jutta Holl auf Rang sechs vorgeprescht. „Bei unserer Leistung ist nicht mehr viel Luft nach oben“, sieht Holl momentan bärenstarke Gösenrother.
Und Irmenach? Die HSG führt das Klassement zwar an, doch nach der Winterpause hat sich der Tabellenführer keineswegs mit Ruhm bekleckert. Ein Debakel in Bad Ems und zwei Siege auf den letzten Drücker in Urmitz sowie gegen Biewer haben Coach Bach über sein in der Hinrunde so gefestigtes Team staunen lassen: „Wir sind verunsichert, vielleicht kommen wir mit dem Druck nicht klar, Meister zu werden. Gösenroth ist ein ganz gefährlicher Gegner, sie haben einen Lauf. Und ich weiß, dass es den Gösenrothern im Hinterkopf sitzt, uns endlich zu besiegen.“ Ist Irmenach heute im Derby fällig? Jutta Holl glaubt nicht daran: „Irmenach wird im Titelkampf nichts anbrennen lassen. Erst recht nicht gegen uns.“
Tatsächlich? Gösenroth hat mit Florian Hübner den Top-Torjäger der Liga in seinen Reihen, dazu mit Spielmacher Timo Stoffel einen weiteren Ex-Irmenacher, der immer besser in Gösenroth zurechtkommt. Beide dürften an alter Wirkungsstätte brennen – und: Mit Comebacker Christian Müller (fiel 13 Monate wegen einer Schulterverletzung aus) hat Holl eine weitere Waffe im Rückraum. Die Trainerin hat alle Mann an Bord. Anders Irmenach: Der Russe Maxim Shalimov laboriert immer noch an einer Zerrung, Bach will ihn nur im Notfall bringen. Und der könnte heute gegen Gösenroth eintreten.

Der Expertentipp

Daniel Fellenzer, Trainer der HSG Kastellaun/Simmern, und sein Tipp zum Derby Irmenach gegen Gösenroth: „Bei Gösenroth ist der Druck weg, sie können befreit aufspielen, mit ihrer erfahrenen Truppe sind sie vor allem in den engen Partien im Vorteil. Und es kann eng werden, aber wenn bei Irmenach die Einstellung stimmt, werden sie das Derby wie immer gewinnen.“

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Samstag, 4. Februar 2012, Seite 13

 
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