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Artikel RZ 04/ 05
Hübner geht zur SG Gösenroth

Regionalligist HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch verliert seinen besten Torjäger - Tatsch: "Problemloser Transfer"

Erst Mitte September fliegt der Handball durch die Hallen, doch ein Transfer wirbelt schon jetzt Staub auf: Florian Hübner, bester Torschütze des Regionalligisten HSG Irmenach/ Kleinich/Horbruch, spielt ab sofort für Oberliga-Aufsteiger SG Gösenroth/Laufersweiler.

SIMMERN. 2002, als die HSG Irmenach in die Regionalliga Südwest zurückkehrte, wechselte Florian Hübner von der HSG Kastellaun/Simmern zum besten Hunsrücker Handball-Klub. Fortan erwies sich der Linskaußen als zuverlässiger Torschütze, traf in den letzten drei Spielzeiten immer am häufigsten für Irmenach ins gegnerische Netz. In der jüngsten Saison landete der 26-Jährige sogar auf Platz 16 der Regionalliga-Torjägerliste.

Vor drei Wochen beim Beachhandball-Masters waren sie sich in Irmenach noch sicher, dass kein Akteur den Verein verlässt. Doch die Rechnung machte die HSG ohne Florian Hübner. Vor kurzem meldete er sich beim Regionalligisten ab und heuerte bei der SG Gösenroth/ Laufersweiler, seinem Heimatverein, an.

Es sei ein "kurzfristiger" Entschluss gewesen, beteuert Hübner, der von "persönlichen" Gründen spricht: "Es hatte nichts mit der Mannschaft zu tun. Aus beruflichen und privaten Gründen wäre der Aufwand einfach zu enorm gewesen." Seine HSG-Kollegen wären "baff" gewesen, als er ihnen seine Entscheidung mitteilte: "Zuerst hat mich keiner ernst genommen." Der Grund: Hübner hegte bereits des öfteren Abwanderungsgedanken.

Doch schnell herrschte Gewissheit. Erst recht, nachdem Hübners Pass freigestempelt wurde - wofür der Linksaußen sich dankbar zeigt: "Irmenach hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Ich gehe absolut im Frieden." Auch sein zukünftiger Verein, die SG Gösenroth, spricht von einem "kulanten" Irmenacher Vorgehen: "Der Transfer verlief problemlos", erzählt der SG-Vorsitzende Gerd Tatsch: "Irmenach hätte auch pokern können, das haben sie nicht gemacht. Unser Verhältnis zur HSG ist sehr gut."

Interessant: Nicht Gösenroth "baggerte" an Hübner - eher umgekehrt. "Ich habe mich in Gösenroth angeboten", sagt Hübner ehrlich. Tatsch bestätigt dies: "Florian hat die Signale gesetzt, wir haben ihn in keinster Weise bedrängt, keine offizielle Anfrage getätigt." Deshalb waren sie, vor allem Trainerin Jutta Holl, umso überraschter über Hübners Entscheidung.

Vor allem auf Holl freut sich der 26-Jährige in Gösenroth: "Sie ist eine ausgezeichnete Trainerin, ich habe nur gutes von ihr gehört. Die Mannschaft ist jung und ehrgeizig. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben." Das glaubt auch der Vorsitzende Tatsch: "Natürlich sind durch Florian unsere Chancen gestiegen. Unser Ziel ist Platz zehn." Ein Rang, der zur Rheinland-Liga berechtigt, die ab 2006/2007 ins Leben gerufen wird.

Hübner kehrt also zu seinem Heimatverein zurück, für den er bis Mitte 2000 spielte. Vor den drei Jahren in Irmenach machte er noch für zwei Spielzeiten Station in Kastellaun. Warum er nicht dorthin wechselte, beantwortet Hübner so: "Kastellaun ist ein super Verein, doch für mich kam nur Gösenroth in Frage."

In Irmenach fragen sie sich derweil, wie sie den Verlust ihres besten Torschützen kompensieren können. Auf Nachfrage waren sie bei der HSG zu keiner Stellungnahme bereit. Der Grund: Nur der Sportliche Leiter Bernd Kirst sei dazu befugt. Kirst weilt derzeit jedoch im Urlaub.

Michael Bongard

 
Tor-Feuerwerk in Rhaunen

Handball: Meister SG Gösenroth feierte zum Abschluss 38:23-Heimsieg

RHAUNEN. Im letzten Handballspiel der Saison 2004/2005 besiegte Meister SG Gösenroth/Laufersweiler in der Verbandsliga Ost Tabellenschlusslicht SSV Wissen mit 38:23 (15:11).

Obwohl sich die Gösenrother bereits mit dem Auswärtssieg in Urmitz am vergangenen Wochenende Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg gesichert hatten, legten sich die Verbandsliga-Handballer vor heimischem Publikum noch einmal richtig ins Zeug. Der Leidtragende war die Mannschaft des SSV Wissen, die mit einer 23:38-Klatsche zurück nach Hause geschickt wurde.

Mit dem Anspruch, zum Abschluss noch einmal ein niveauvolles, gutes Spiel zu zeigen, machten es sich die Gastgeber in der Anfangsphase selbst etwas schwer, gerieten vorübergehend gar in Rückstand. Trotz aussichtsloser Platzierung war nämlich beim SSV Wissen von Resignation keine Spur. SG-Trainer Jutta Holl bescheinigte dem als Tabellenletzten angereisten SSV zumindest in der ersten Halbzeit eine "ordentliche Leistung".

Nach durchschnittlicher Chancenauswertung in Durchgang eins, ging nach der Pause auf Seiten der Hunsrücker "ein wahres Feuerwerk" (Holl) los. Von 15:11 zogen die Gastgeber den konditionell stark abbauenden Gästen zum vorentscheidenden 19:11 davon. So konnten es sich die Gösenrother sogar leisten ihrem eigentlichen Zeitnehmer Christian Michel ein besonderes Geschenk zu machen: Michel spielte am Ende selbst mit und verbuchte sogar einen Siebenmeter-Treffer.

Holl zeigte sich mit dem Verlauf der abgelaufenen Saison überaus zufrieden. Lediglich zwei Niederlagen und ein Unentschieden musste das SG-Team einstecken, erholten sich von diesen Rückschlägen aber immer wieder schnell. "Das hätte ich nach dem ersten Jahr, in dem ich die Mannschaft trainiere, nicht erwartet", sah Holl ihre Zielsetzung mehr als erfüllt. Viel schwerer wird es nach der Sommerpause, wenn die Hunsrücker in der Oberliga Rheinland antreten. "Wir werden gegen den Abstieg spielen", macht sich Holl keine Illusionen. (mf)

SG Gösenroth/Laufersweiler: Lengert - Kessler (7), Dörn (1), Saidensal (6), Endres (1), J. Tatsch (4), Dreher (3), S. Stumm (3), D. Stumm (9), Schub, Michel (1), Peltsch (3).

 
"Profis wird es keine mehr geben"

Gerd Tatsch, Vorsitzender der SG Gösenroth/Laufersweiler

Im zweiten Anlauf haben die Verbandsliga- Handballer der SG Gösenroth/Laufersweiler die vorzeitige Rückkehr in die Oberliga Rheinland geschafft. Vor einer Woche beim 18:22 gegen Westerburg verpasste die SG die erste Chance auf den vorzeitigen Titelgewinn, beim Auswärtsspiel in Urmitz machte die Mannschaft von Jutta Holl den Aufstieg nun endgültig perfekt. Die RHZ sprach mit Gösenroths Vorsitzendem Gerd Tatsch über das Unterfangen Oberliga.

Herr Tatsch, eine dreijährige Leidenszeit in der Verbandsliga ist vorüber und Gösenroth zurück in der Oberliga.

Ja, und das ist ein Riesenerfolg für uns. 1996 sind wir mit den Profis Sergej Toma und Igor Domaschenko aufgestiegen, jetzt nur mit Hunsrücker Jungs aus der Umgebung. Es waren drei harte Jahre in der Verbandsliga, da musste sich die junge Mannschaft bewähren. Ich denke, sie hat Perspektiven.

Sind die Spieler denn gut genug? Oder müssen Sie ihre Kontakte nach Osteuropa wieder intensivieren?

Auf keinen Fall wird es wieder Profis in Gösenroth geben. Das ist eine klare Aussage, davon sind wir geheilt. Unsere Ausgaben belaufen sich auf einem viel geringeren Niveau als früher, wir sind jetzt finanziell gesund, schreiben wieder positive Zahlen. Wir schauen nach zwei, drei Neuzugängen und da vor allem auf den Charakter, sie müssen in unser homogenes Team passen. Fest steht bereits, dass von der HSG Irmenach II Torwart Eric Albright zu uns kommt.

Bleibt denn auch die Trainerin Jutta Holl?

Wenn wir den Aufstieg nicht geschafft hätten, hätte sie von sich aus nicht weitergemacht. Da hat Jutta sich und die Mannschaft unter Druck gesetzt, denn die will mit ihr unbedingt weitermachen. Jutta Holl ist ein Glücksfall für uns. Es stimmt einfach zwischen Team und Trainerin, das war bei ihren Vorgängern nicht so.

Freuen Sie sich schon auf die Derbys gegen Kastellaun/Simmern und vielleicht auch gegen Irmenach?

Natürlich, das wird super. Ich denke, der Aufstieg wird bei uns eine Euphorie auslösen, Sponsoren anlocken. Es ist für uns ein Riesenschritt nach vorne.

 
Alles in Butter: SG ist durch

Handball-Verbandsligatitel geht an Gösenrother - Zweijährige Aufbauarbeit von Jutta Holl belohnt

Mit einem ungefährdeten 29:17-Sieg in Urmitz sicherte sich Handball-Verbandsligist SG Gösenroth/Laufersweiler die nötigen Punkte für den Meistertitel. Damit steht der Aufstieg der Hunsrücker in die Oberliga schon zwei Spieltage vor dem Saisonende fest.

URMITZ. "Alles in Butter", verkündete die Trainerin der SG Gösenroth/Laufersweiler, Jutta Holl, gleich zwei frohe Botschaften: Denn außer über einen deutlichen 29:17-Auswärtssieg gegen den SV Urmitz dürfen sich die Hunsrücker bereits am vorletzten Spieltag über den Meistertitel in der Handball-Verbandsliga Ost freuen.

Disziplinierte Spielzüge, konzentrierte Abwehr und im Angriff gefightet - so lautete das Erfolgsrezept. "Mit dieser Leistung hätten wir auch gegen Westerburg gewonnen", maß Holl der Niederlage im Spiel gegen den Mitkonkurrenten am vergangenen Wochenende keine größere Bedeutung bei. Gegen Urmitz lief es von Beginn an rund: Die Gösenrother legten schon früh mit 7:3 und 10:6 vor, markierten aber erst nach vielen torlosen Minuten die 12:6-Halbzeitführung. Christoph Kessler war nach einer Verletzung in Minute zehn erst wieder zu Spielende einsatzbereit, doch die SG ließ sich davon nicht beeindrucken.

In der zweiten Hälfte hielten die Gösenrother konstant einen Vorsprung von acht Toren, doch für einen Siegestaumel war es den Hunsrückern bis zum 24:13 noch zu früh. "Der SV Urmitz hat trotz großem Rückstand nie nachgegeben", hatte Holl auch ein Lob für die Gegenseite übrig.

Für SG-Torwart Michael Lengert erfüllte sich noch ein anderer Wunsch: Er brachte persönlich einen Sieben-Meter-Strafwurf im gegnerischen Tor unter. "Wir haben es verdient da zu stehen, wo wir jetzt sind", blickt Holl auf zwei Jahre lange Arbeit mit ihrer vor allem in dieser Saison "gereiften" Mannschaft zurück. "Ich bedanke mich bei allen Fans, die uns vor allem in den letzten Spielen so großartig unterstützt haben." (mf)

SG Gösenroth: Lengert (1/1), Meyer - Dörn, Saidensal (6), Kessler (2), S. Stumm (4), D. Stumm (2), J. Tatsch (5/2), A. Tatsch (1), Peltsch (4), Dreher (3), Endres (1).

 
Nächste SG-Chance

Handball: Gösenrother wollen Meister werden

GÖSENROTH. Nachdem Verbandsligist SG Gösenroth/Laufersweiler am vergangenen Wochenende im direkten Vergleich gegen Verfolger TuS Westerburg patzte, gibt es für die Mannschaft von SG- Trainerin Jutta Holl heute Abend in Urmitz (19.30 Uhr) die zweite Chance, Meisterschaft und Aufstieg vorzeitig zu sichern.

"Die Heimstärke der Regionalligareserve zeigt sich darin, dass der TuS Westerburg dort verloren hat", ist Holl trotz des 35:21-Sieges gegen Urmitz II in der Hinrunde zurückhaltend. Weiterhin fehlt den Gösenrothern zum vorzeitigen Gewinn der Verbandsliga- Meisterschaft aber nur ein Punkt. Um mindestens diesen einen aus Urmitz zu entführen, ist laut Holl vor allem eine "mannschaftlich geschlossenere Angriffsleistung" nötig. Außerdem müsse die Mannschaft ihre Nerven wieder in den Griff bekommen. Fehlen werden den Gösenrothern Rückraumspieler David Buschbaum, der sich im Training schwer verletzte, sowie Rechtsaußen Sven Schub. Dafür sind Arne Tatsch und Youngster Christian Endres mit von der Partie. (geo)

 
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