HSG Tiefenstein - SG Gösenroth 23:33 (13:16)
IDAR-OBERSTEIN. Gösenroths Trainerin Jutta Holl war nach dem Kantersieg im Derby der Handball-Verbandsliga
bei der HSG Tiefenstein/Algenrodt/Hettenrodt um einiges schlauer. "Für
uns war es das erste Spiel nach der Pause. Wir wussten deshalb vor der
Partie auch nicht so recht, wo wir stehen. Deshalb bin ich heilfroh das
wir gewonnen haben".
Bis zur 45 Minute erwies sich die personell dünn besetzte HSG als
ernst zu nehmender Spielpartner, der dann jedoch völlig einbrach.
Tiefenstein leistete sich im Aufbauspiel zu viele grobe Fehlpässe, die
allen voran Martin Klünder mit Tempogegenstoßtoren bestrafte. "Sie
haben unser Spiel gut gelesen und auf unsere Fehler gewartet", befand
HSG- Trainer Michael Schäfer. Geschuldet war
dies auch der Tatsache, dass Tiefenstein praktisch ohne einen linken
Rückraumspieler antrat. Tim Dröscher fehlte studienbedingt.
In Hälfte eins hielten die Gösenrother ihren Gegner kontinuierlich
mit drei Toren auf Distanz. "Da haben unsere Abläufe aber noch
gestimmt", sah Schäfer. Mangelnde Gefahr aus dem Rückraum glich die HSG
mit guten Kreisanspielen aus, die zu Torerfolgen führten.
Die SG schaltete konsequent nach getaner Abwehrarbeit auf die
"zweite Welle" um und baute auf die Dynamik seiner körperlich starken
Rückraumakteure. Daniel Stumm, Jochen Tatsch und Christian Müller
nahmen sich entweder selbst ihre Würfe, wurden effektiv ins Spiel
gebracht, oder sie gaben den Druck geschickt zur nächsten Position
weiter. Torjäger Klünder hielt sich an alter Wirkungsstätte als
"Shooter" vornehm zurück, und warf nur zweimal aus der Ferne auf den HSG-Kasten.
Dennoch verriet der beste Angriff der Verbandsliga auch etliche
Schwächen. Der bullige Arne Tatsch verballerte von der
Linksaußenposition zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten und Neuzugang
Björn Gerhard fehlte noch sichtlich die Bindung zu seinen Mitspielern.
Beim Zwischenstand von 16:22 (42.) war es endgültig um die HSG
geschehen. Bei Tiefenstein schwanden minütlich die Kräfte und die
Konzentration. Der gewaltige Aufwand erbrachte nur noch einen minimalen
Ertrag. "Auf der Bank fehlen mir in solchen Phasen einfach die
Alternativen. Es kamen dann noch zu viele Fangfehler hinzu", musste
Schäfer beklagen. "Sonst spielen wir nicht so stabil", freute dies Holl
umso mehr. Ihre Truppe war für die HSG so einfach eine Nummer zu groß.
Gösenroth schenkte den Gastgebern dafür Tor um Tor ein. "Wir müssen
gegen die Mannschaften aus der unteren Region unsere Punkte holen",
meinte Schäfer.
Frank Faber
HSG Tiefenstein: Stumm, Kuchenbecker - Christmann (3), Olbrich (5/1), Schäfer (6), Wagner (4), B. Brandenburg (1), Weinsheimer (1), N. Brandenburg (3), Lehnen.
SG Gösenroth: Schmitz, Lengert - Herrmann (2), Lisin (2), Stumm (6), Lippik (1), Müller (4), J. Tatsch (4), Gerhard, A. Tatsch (3/1), Klünder (11/3).
Nahe Zeitung vom Montag, 18. Januar 2010, Seite 16.